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Vogelgrippe

Vogelgrippe - was Sie wissen und beachten sollten

Die globale Ausbreitung der Vogelgrippe beunruhigt die Menschen. Ein Grund zur Panik besteht jedoch nicht, denn die meisten Erreger sind für den Menschen harmlos.

Trotzdem sollte man Vorsicht walten lassen im Umgang mit Geflügel, Geflügelfleisch und Eiern. Diese Warnungen sind nicht neu und schon lange vor Ausbruch und Verbreitung der Vogelgrippe von der EFSA, der EU - Behörde für Lebensmittelsicherheit, im Zusammenhang mit der Salmonellengefahr herausgegeben worden. Jetzt wird dringend darauf hingewiesen, diese Ratschläge sehr genau zu beachten, denn ganz kann man nicht ausschließen, dass die Vogelgrippe in die Lebensmittelkette eintreten könnte.
Bisher gibt es aber keinen einzigen Beweis dafür, dass die Vogelgrippe durch den Verzehr von Geflügel oder Eiern auf den Menschen übertragen wurde, ein Grund nun auf Geflügelfleisch und Eier zu verzichten, besteht also nicht.
Eier und Geflügelfleisch sollten immer ausreichend gegart und bei der Zubereitung sollte auf höchstmögliche Hygiene geachtet werden - alles Hinweise, die wir im Hinblick auf die Salmonellengefahr kennen sollten.

Was ist "Vogelgrippe" nun eigentlich?
Es ist eine von Viren verursachte Tierseuche. Die Erreger sind global nachweisbar und kommen auch in Europa vor. Die meisten sind ungefährlich für Vögel, andere dagegen aber aggressiv. Zurzeit tritt vor allem in Asien der aggressive Virenstamm H5N1 auf. In fast allen Europäischen Staaten wird mit verschiedenen Maßnahmen versucht, die Ausbreitung von H5N1 zu verhindern.
Seit dem 22. Oktober gilt in ganz Deutschland zum Beispiel die Stallpflicht für alles Federvieh. Damit soll ein Kontakt von Hausgeflügel mit Wildvögeln unterbunden werden. Eine sinnvolle Maßnahme, die leider nicht bei jedem auf Verständnis stößt.
Die Massentötung von ganzen Geflügelbeständen, bei denen die "Geflügelpest" 2003 nachgewiesen wurde zeigt aber, dass man alles daran setzen muss, die Bestände bestmöglich gegen die aggressiven Formen der Vogelgrippe zu schützen

Besteht eine Gefährdung für den Menschen?
Das Ansteckungsrisiko kann als sehr gering eingeschätzt werden. Bekannt und nachgewiesen sind bisher in Asien etwa 120 Infektionen, von denen ca. 60 tödlich endeten. Wenn man bedenkt, wie viele Menschen in Asien leben, ist das ein verschwindend geringer Prozentsatz.
Die EFSA empfiehlt Touristen, Geflügelmärkte in Asien zu meiden.

Sollte besser auf Eier und Geflügelfleisch verzichtet werden?
Das ist überhaupt nicht notwendig, da Eier und Fleisch von infizierten Tieren nicht in den Handel kommen können. Erkrankte Hühner z. B. stellen das Eierlegen ein. Die Erreger werden beim Kochen oder Braten aber sowieso abgetötet.

Muss man bei Ziervögeln Schutzmaßnahmen treffen?
Bei Vögeln, die ausnahmslos in der Wohnung gehalten werden, kann gar nichts passieren, sie haben keinen Kontakt zu gefährdeten Tieren.
Bei Freilandvolieren reicht eine Abdeckung, die es Wildvögeln unmöglich macht, in Kontakt mit den Ziervögeln zu kommen..

Warum werden gerade jetzt solche ungewöhnlichen Vorsichtsmaßnahmen getroffen?
Die Wissenschaftler haben Alarm geschlagen, da feststeht, dass dieser Virenstamm, H5N1, außergewöhnlich aggressive ist. Die Möglichkeit besteht, dass dieser Virus sich irgendwann mit einem menschlichen Grippevirus verbindet. Aber auch ohne diese Verbindung könnte H5N1 in Zukunft für den Menschen gefährlich werden, da er sehr anpassungsfähig ist und sich schnell verändert. Niemand kann aber voraussagen, ob das überhaupt passiert - es kann also, aber es muss nicht.

Die Wissenschaftler fürchten im schlimmsten Falle eine globale Influenzawelle, eine "Pandemie".
Pandemien sind verheerende weltweite Epidemien - solche gab es im vergangenen Jahrhundert gleich drei: 1917/18 die "Spanische Grippe" mit 50 Millionen Todesopfern, 1957/58 die "Asiatische Grippe" mit ca. 1,5 Millionen Todesopfern und 1968/69 ("Hongkong Grippe") waren es 1 Million.
Das Virus, welches 1917/18 wütete, war ein reines Vogelvirus.

Damit sollen nicht Angst und Schrecken verbreitet, sondern nur der Ernst der Lage dokumentiert werden. Nur wer weiß, worum es sich handelt und die Gefahr erkennt, kann sich schützen.